Die Königsheide Loipe in Warmensteinach, Fichtelgebirge

Von Chris

Auf der Königsheide Loipe in Warmensteinach geht es steil hinauf zu einer Höhenloipe. Der Aufstieg wird mit tollen Ausblicken und langen Abfahrten belohnt.

Manchmal gibt es Tage, die einfach verflixt sind: Die Loipe, die ich mir ausgesucht hatte, war ausgerechnet wegen der Bayrischen Seniorenmeisterschaft größtenteils gesperrt. Eine Webcam verriet mir wieviel noch los sein könnte. Und so wartete ich natürlich zu Hause, bis es deutlich ruhiger war, bevor ich losfuhr. Angekommen, war tatsächlich nur noch ein letztes Auto vor Ort. Der Trubel war vorbei. Doch ich schien gleich komplett zu lange gewartet zu haben, denn die Sonne war längst hinter allen Bergen verschwunden, als ich meine Ski anklickte und losfuhr.

Der Parkplatz befindet sich einige hundert Meter links von der Sprungschanze. Nach einem kleinen Anstieg vom offiziellen Parkplatz findet man den Loipenanstieg rechts der Sprungschanze. Der Weg schlängelt sich steil nach oben und irgendwann steht man direkt unter dieser Sprungschanze, die wohl die höchste in Franken ist. Noch imposanter war der Ausblick: hier blickt man hinunter auf den Luftkurort Warmensteinach, umringt von kleinen Hügeln. Ich stellte mir vor, die Sonne würde scheinen und mich auf der Bank erwärmen, tatsächlich waren da aber nur noch dicke Wolken. Es ging einige Höhenmeter weiter und hatte das Gefühl, bereits auf der Höhe angekommen zu sein. Weiter ging es in lustigen Loops, die in einem ständigen Auf und Ab führen, mal durch richtig verschneite Wälder, dann wieder über Lichtungen, die einen Ausblick in die Weite ermöglichen. Teilweise empfand ich die Wege recht ruppig. Man musste ständig schauen, dass man die steile, kurvigen Abfahrt beherrscht. Eisig braucht man es hier gleich gar nicht, denn das könnte ziemlich weh tun. Es waren also nicht so sehr die steilen Anstiege, die mir Sorgen bereiteten, sondern die Abfahrten. Ich musste mich konzentrieren, mit meinen wackeligen, klassischen Ski im Pflug einigermaßen elegant den Hang runter zu segeln. Es wäre doch wesentlich einfacher, in der Spur zu bleiben und es laufen zu lassen, oder? Nein, lieber nichts riskieren. Was wäre denn, wenn ich stürze und keiner würde mich zwischen die Blaubeerbüschen liegend finden? – Ein grausamer Gedanke.

Für die zweite Hälfte der Loipe ging es auf die andere Seite vom Berg. Eine kurze, sehr steile Abfahrt muss man dazu überwinden – mit Stockeinsatz, wie beim Skifahren, klappte es hervorragend. Die größte Krux der gesamten Tour war überwunden. Natürlich übersah ich die Umfahrung, die weniger steil war. Dann wieder ein Hochstand der Jäger. Ich glaube, es war schon der fünfte auf der Strecke. Von nun an ging es nur noch stetig bergab. Den letzten Kilometer gleitet man dann an einer Siedlung mit ein paar Häusern vorbei. Die Loipe überquert eine kleine Straße und führt nach einigen hundert Metern zum Ausgangspunkt.

Insgesamt fand ich die Tour sehr abwechslungsreich und steil. Nach einem Anstieg von 300 Höhenmetern hatte man einen tollen Ausblick auf den gegenüberliegenden Ochsenkopf mit seinen langen Abfahrten. Zwischendurch ist man von Blaubeerbüschen umgeben und passiert einige Hochstände in den Wäldern. Bei schönem Wetter ist es recht sonnig, weshalb die Loipe auch recht anfällig ist. Über die Hirschhorn Verbindungsloipe gelingt man an die Untere Ring Loipe der Ochsenkopf. Tolle Trainingstour für jeden, der gerne Höhenmeter sammelt.

Loipen Daten

STRECKE:12 km
SCHWIERIGKEIT:mittel / schwer
REGION:Warmensteinach, Fichtelgebirge
HÖHENLAGE:648 -812 m
LANGLAUFTECHNIK: Klassisch / Skating
AUFSTIEGE:320 hm
EINKEHR- & RASTMÖGLICHKEIT:keine
LOIPENGEBÜHR:keine
SKIVERLEIH:
PARKGEBÜHR:keine
BESONDERES:

Karte:



Anfahrt:


Mit dem Auto: Auf der A9 (von Bayreuth kommend Richtung Berlin), Ausfahrt Warmensteinach und der B2 folgend, erreicht man den Ort Warmensteinach. Von hier der Beschilderung zur Sprungschanze folgen. Der Parkplatz ist auf der linken Seite der Sprungschanze unten. Der Loipeneinstieg befindet sich direkt rechts der Wehrmanns Sprungschanze; es geht sofort in steilen Serpentinen nach oben.

Ausgangspunkt: 50°00’19.2″N 11°46’15.0″E

Nützliche Links:

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